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Sind Blogs eigentlich noch zeitgemäß?

Nachdem mich ein lieber Kollege (gibt es soetwas überhaupt?) darauf hingewiesen hat, dass ich meinen Blog überarbeiten soll, habe ich darüber nachgedacht, inwieweit ein Blog überhaupt in Zeiten von Twitter und about.me noch zeitgemäß sind - beide Links zeigen auf meine jeweiligen Profile. - Ehrlich gesagt bin ich mit meinem Gedankengang noch nicht am Ende und werde noch etwas Zeit dafür verwenden.

Völker dieser Welt, schaut auf dieses Blog

Es ist - mal wieder - vollbracht! Pelle B. aus K. (wohnt inzwischen in K.) hat sich mal wieder offenbart und Serendipitys (die PHP-Software, auf der auch meine Präsenz beruht) mobile Plugin dahingehend erweitert, dass es nun hip eine eigene iPhone Ausgabe besitzt.


Das einzige, was ich als leichten Herzens bemängeln muss, ist das standardmäßige Debug Passwort ;-)


Mehr dazu bei Pelle zu Haus.


T-Mobile nimmt Nokia (teilweise) aus dem Sortiment - Inhalte und Nachfrage 2. Teil

Da hatte ich doch schonmal drüber intensiv nachgedacht, dachte ich mir, als ich heute morgen las, dass T-Mobile Nokia teilweise aus dem Sortiment nimmt.

Der Kampf um die Hoheit Über die mobile Information und Unterhaltung wird inzwischen also mit offenem Visier ausgetragen. Während sich andere noch mehr oder weniger vornehm zurückhält, haben die meisten großen Streiter den mehr oder weniger sportlichen Vergleich angetreten, so T-Mobile sehr offen: Nokia strebt mit Ovi die Unabhängigkeit von bestimmten Zugangsdienstleistern an, T-Mobile will genau das verhindern und mehr sein als eben ein solcher Provider.


Sicherlich wird auch Vodafone sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, nachdem sie so auf UMTS pochen und weitere Ressourcen in Vodafone Live! gebunden haben und weiterhin binden. Im Gegenteil: derzeit vernimmt die Branche eine Ansage, dass die Advokaten des britischen Konzerns von Weltformat ausschwärmen und die Benutzung des offenbar geschätzten Namensteils 'live!' von anderen einzudämmen. - Wohl aber nur bei Unternehmen, mit denen sie sich anlegen können (MS Live Messenger z.B, wird wohl kaum angegangen).


In jedem Fall aber wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Schlagzahl in diem Kampf erhöht.




Das iPhone und seine Auswirkungen

Wie der letzte Beitrag schon erahnen läßt, ist es um Brauckes geschehen: in der Tat verändert das iPhone die Internetgewohnheiten. Ein normaler Tag beginnt damit, dass nicht mehr der Rechner hochgefahren wird, um Mails zu lesen oder die gewohnten Newsseiten zu besuchen, sondern noch aus dem Bett der neue treuste Begleiter dafür sorgt, die Informationssucht zu befriedigen - WLAN sei Dank, dem Eifon sei Preis.


Gleich nach dem Aufstehen wird das schmucke Teil in sein Dock gestellt, dass mit der Stereoanlage verbunden ist. Per last.fm werden dann ein paar Lieder als Stream durch die Boxen gepresst - die Einstimmung in den Tag. Nach den üblichen Preparationen ändere ich die Musik auf den eingebauten iPod und stecke die Kopfhörer ein; der Weg zur Arbeit beginnt.


Während der Arbeit wieder etwas last.fm, wenn es im Büro laut wird und konzentriertes Arbeiten gefragt ist. In der Pause noch schnell die privaten Mails gecheckt und abends in der Kneipe, während man auf die Kumpels wartet noch schnell ein Facebook mobile Update per offenem WLAN.


Strategische Implikationen


Hm, hier ist schon häufig die Rede von 'WLAN'. Warum? - Nun, neben den Datentransferkosten und der Geschwindigkeit ist simyo ein E+ Netz und E+ hält nicht soviel von EDGE, sie hinken lieber hinterher. Der Erfolg ihrer neuen Strategie der Preisführerschaft durch Diversifikation der No-Frills-Marken scheint ihnen recht zu geben. Allerdings haben die Endgerätehersteller offenbar die gleiche Strategie; will sagen: wenn die 'iPhonekiller' die Internetnutzung ebenfalls so intelligent in die Fähigkeiten der Geräte einbauen, wie das vermeintliche Opfer der 'Killer', dann werden Datendienste ganz schnell zu DEM USP der Netzbetreiber.

Vorerst habe ich nicht vor, den Netzbetreiber zu wechseln, da mir simyo ansonsten gut gefällt. Aaaaber: im Sommer gehts zum Urlaub in die Staaten und im Sommer soll angeblich das neue Modell mit UMTS erscheinen. Und E+ wird sich UMTS kaum verschliessen können, zumal sie die Lizenzen teuer erstanden haben. HEUREKA, Land in Sicht.


Objektiv betrachtet hoffe ich doch, dass sich die Euphorie bis dahin etwas gelegt hat ;-)

Brauckes hat ein eigenes iPhone

Nun ist es also soweit. Brauckes ist der Marketingmaschinerie von Apple erlegen. Ein letzter Versuch war die Ersteigerung eines N95 'Computer 2.0' von Nokia, welches eigentlich alles kann, was Apples Schmuckstück auch hervorbringt (dachte ich) und noch viel mehr, wie UMTS, GPS usw. usf.. Das N95 hatte ich - quasi nolens volens - günstig bei einem großen Internetauktionshaus 'geschossen' und mich dann mehr oder minder bereitwillig in mein Schicksal ergeben. Aber dann: ZACK!

Ein Freund, der regelmäßig geschäftlich in den Staaten (will sagen: Amerika, aber 'in den Staaten' klingt so herrlich blasiert weltlmännisch) ist, meldet erstens sich und zweitens mir das mitgebrachte iPhone: "[...]biste noch interessiert?" - Klar bin ich - Olaf ist ein echt prima Kerl!


Am gleichen Tag kam dann das N95, welches ich mir nun wieder schlechtreden und jedem, der mir in den Weg kam, schönreden mußte. Leider half letzteres nicht, weswegen es gleich wieder versteigert wurde. Inzwischen war auch schon das iPhone auf dem sendungsverfolgten Weg zu mir, den ich mir Argusaugen ungeduldig begleitete. - BOAH, das dauert! Die Wartezeit sollte aber auch nicht ungenutzt verstreichen, weswegen ich mir nur alle möglichen und unmöglichen Quellen im Netz eingesaugt habe und Vorbereitungen traf:



  1. iTunes auf den neuesten Stand gebracht

  2. Von einer wohlbekannten Quellseite aus dem Kongeriket Norge (Danke für den Tipp, Olaf, spitze!) das Knack und Back Paket gezogen (2,5. dafür muss allerdings das neulich noch deinstallierte .NET 2.0 Framework wieder installiert werden - dreck.)


  3. Die Firmwareversion 1.1.3 von der gleichen Quelle geladen

  4. Die Einstellungen für ePlus GPRS (habe eine Simyokarte auserkoren, im iPhone zu werkeln) verifiziert

  5. Die WLAN-Einstellungen im lokalen Netzwerk doppelt geprüft

  6. E-Mail Einstellungen von zwei, drei Adressen notiert

  7. Funambol eingerichtet, um meine Kontakt auf das Gerät zu bekommen

  8. Gefühlte 2^10 mal die Anleitungen gelesen, was zu tun ist, um die Firmware einzuspielen und das iPhone von seinen Ketten zu befreien, die Jünger nennen das 'unlocking' und 'jailbreaking'

  9. Zur Sicherheit nochmal alle vorherigen Schritte auf einem Blatt Papier notiert


Jetzt werden einige sich natürlich fragen, was Funambol eigentlich ist. Nun, Funambol ist eine Kontaktschlampe im Internet, die den ganzen Adressbonzen, wie Adressbüchern von Mailprogrammen und Webmailern sowie Mobiltelefonen und PDAs das SyncML-Protokoll einblä... - will sagen einhaucht, sodass diese über eine Plattform die Daten, auf denen sie sitzen, synchronisieren künnen. Wenn man der Betreibertruppe traut, nutzt man deren Plattform - wenn nicht, baut man seine eigene.


Kurz gesagt: ich habe meinem beruflichen und meinem privaten Thunderbird beigebracht, ihre Kontakte im Internet zu parken, ohne, dass es Unfälle gibt. Ziel ist es, dass das iPhone diese vereinigte Daten dann OverTheAir (Willy Tomczyk würde sagen: "Wie?! Wat?! Luft?!") bezieht.


Es war ein Freitag im Februar 2008: Endlich Wochenende, banges Warten auf ein iPhone, welches schon Donnerstag hätte kommen können. Andererseits, die Zeit ist knapp, da Samstag ein Umzug eines Freundes ansteht. Egal, ich will jetzt dat Dingen haben. Vorsichtiges Luken in den Briefkasten, jaaaa, eine Benachrichtigungskarte - uuuund? - ja. Ja. JA. JA! JA! es wurde bei einer Nachbarin abgegeben, wie auf der Klingel draussen notiert. Diese ist auch noch zu Hause! Und ab vor den Rechner zur Einrichtung.


Beim Auspacken war ich noch etwas skeptisch: "ist ja doch schwerer als gedacht" - "fühlt sich aber doch gut an" - "ist ja doch etwas groß" - "aber allein dieses Sleiding, um die Tatschskriensperre zu lösen ist einfach toll". Olaf ist ein Guter!


Los gings mit dem vordefinierten Programm aus Firmwareupdate, Unlock/Jailbreaking, Einstellungen. Einfach unglaublich cool, wie das von Statten geht und in welcher Geschwindigkeit. Das erste Highlight ist der Paketmanager, der mit dem Jailbreaking verfügbar wird! Wie unter Ubuntu und Co kann man einfach weitere Software aus der Luft nachinstallieren. An diesem Punkt begann ich das Gerät fast zu lieben :-) Olaf ist ein ganz Großer!


Allerdings habe ich mit Funambol begonnen und mich dann gewundert, dass es nicht funktioniert: das BSD-Subsystem ist nicht zu vergessen, damit wird das Gerät befähigt weiter Programme zu betreiben. Immernoch tat es Funambol nicht! Ob es an meinem Router liegt, der dem iPhone drahtloses Asyl gibt? - Egal, das muss an dieser Stelle warten, schliesslich gibt es auch noch eine Frau Brauckes und die liebe ich so richtig und in echt :-) . Also zwei Stunden Pause und erstmal in die nächste Tapasbar. Dabei konnte ich mir dann noch ein paar Gedanken machen und Fehlerquellen eruieren.


Zurück zu Hause dann stellte ich fest, dass die EDGE-Einstellungen einen kleinen Fehler aufwiesen und - juhuu - Funambol funambolte. Mein Freund André Mr.Trendsetter aus Kalifornien gab mir einerseits noch per Skype den Tipp, last.fm zu installieren und andererseits die Weissagung mit auf den Weg, dass sich mein Onlineverhalten mit dem IP noch ändern würde. Er z.B. greift morgen als zweites zum IP und guckt noch im Bett bei Spiegel Online vorbei.


Daran sollte ich mich einige Stunden später nach dem Aufwachen am Samstagmorgen erinnern und ging noch im Bett online. Danach ein wenig YouTube. Schließlich ist mir der Tipp mit last.fm eingefallen: also nichts wie per Installer die Software drauf. Unter Einstellungen taucht eine neuer Punkt auf, wo mir mitgeteilt wird, dass ich ein Konto eröffnen soll. - Gar kein Thema: in Safari einen neuen Tab aufgemacht und die Anmeldung ausgeführt, dann die Mails gecheckt und die Anmeldung abgeschlossen.


Auch wenn es eine Konkurrenzfirma ist: last.fm ist schon große Klasse, ein Ansporn die Jungs ein- und zu überholen: man kann einfach Webradio hören, indem man einen Künstler eingibt, der einem gefällt und prompt werden einem ähnliche Künstler vorgespielt, die andere Nutzer mit ähnlichem Musikgeschmack auch gehört haben. Natürlich werden diese Vorschläge mit der Zeit genauer, denn dafür gibt es das sogenannte 'Scrobbeln'. Hier werden Informationen der Musikstücke, die man gerade hört, an last.fm übertragen. Natürlich kann man einstellen, ob man über EDGE scrobbeln will, oder eher nicht.


Der Clou ist, dass wenn man nun den eingebauten iPod anwirft und dann in den MobileScrobbler wechselt, nicht nur das Cover angezeigt wird, sondern auch ähnliche Künstler vorgeschlagen werden, Biographien angeboten werden, die Musiktexte erscheinen und Konzerthinweise etc. abrufbar werden. Ein Antippen des Bildschirms zaubert ein Untermenü hervor: blocken, lieben, nächstes Lied.


Ich bin dem Teil verfallen. Olaf, ich bewundere Dich für die altruistische Tat, mir dieses Gerät mitgebracht zu haben! Muss man überhaupt noch aufstehen und zum Rechner gehen? - Achja, der Umzug...


...ist am heutigen Sonntag hinter mir.



Während ich hier sitze, und tippe, höre ich also nebenbei Musik über mein feines iPhone und scrobbel nebenbei. Will heißen: ich höre Musik über mein iPhone und lasse mir gleichzeitig die Künstlerbiografien (jetzt gerade Hans-Jürgen Dohrenkamp) anzeigen und mir Tipps geben, was ähnliche Künstler sind (z.B. Dieter Nuhr). Olaf, ich liebe Dich, zwar nicht wie meine Frau oder so, aber ich liebe Dich, ehrlich ;-)


PS.: Das N95 ist gestern abend bei eBay rausgegangen, ich habe es noch nicht mal angeschaltet.


Auf nach unterwegs...

...heisst es allenthalben. Schließlich ist die soziale Netzwerkzentrale gleich dem Mobiltelefon in der Hosentasche.


So hat neben Google und Microsoft (vgl. letzter Eintrag) nun auch AOL das Mobiltelefon als einen Pfeiler seiner Strategie auserkoren. Neben Android und Windows Mobile versuchen sich nun weitere Kleine und Große der IT-Branche ein Stück des - wenn schon gelegten, dann noch nicht ausgebrüteten - Eis des mobilen Kolumbus zu sichern.


So ist es nun an AOL sich zu positionieren und eine Art Framework anzukündigen, welches sich der ersten Beschreibung nach doch ein wenig wie Yahoos Widgetssyystem liest.


So ähneln sich die strategische Ziele der Platzhirsche, nicht jedoch die wahl der strategischen Mittel. Während 'be friendly' Google und AOL - natürtlich ganz ohne Hintergedanken (?) - auf Open Source setzen, käme das Microsoft nicht in den Sinn. Im Gegenteil: ist der Ruf erst ruiniert, agiert es sich ganz ungeniert (...herrlich so ein Kalauer, gleich noch einer...) und nach dem Motto 'bist Du nicht willig, so brauche ich Gewalt', wird Yahoo klargemacht, dass Widerworte nicht gewünscht sind. So einfach macht es Yahoo den Redmonder aber nicht: da werden sogar die alten Pläne, mit AOL zu fusionieren wieder aufgewärmt. Das kann sich Microsoft allerdings kaum bieten lassen, ist doch Google an AOL beteiligt...



...es bleibt also spannend.


[Update 14.02.2008 // 8:45]


Warum Yahoo gerade wegen seiner mobilen Aktivitäten so ein lohnendes Ziel einer Übernahme ist, läßt sich ganz gut aus diesem Artikel erlesen, den Golem veröffentlicht hat. Die angesprochene API wird für das Widgetsframework entwickelt und bündelt quasi die sozialen Aktivitäten des Nutzers per Mail und in Netzwerken (siehe auch erster Satz dieses Blogeintrages).


Genug geschmollt - Microsoft und ich sind zurück

Hallo zusammen,


nachdem niemand meine Reiseberichte lesen wollte, musste mich erst David (Dankeschön!) aus meiner Lethargie erwecken. Immerhin einer!


So bin ich nun wieder in der 'Bloggosphäre' angekommen und werde die Leserschaft mit den schon bekannten Themenwelten und meinen Kommentaren dazu belästigen. - Sehr ähnlich geht es wohl Microsoft, das sich - im Gegensatz zu mir - selbst aus der Starre befreit hat, welche Ihm die Dauerserie von Niederlagen gegen Google aufoktroyiert hat.


Aber was hat das mit 'mobilen Themen' zu tun, wird der geneigte Leser fragen - nun, da Yahoo gerade erst seine mobile 'Widgets' veröffentlicht hat und Microsoft auf der anderen Seite wohl etwas eingeschüchtert von Anroid & Co ist, passt es doch ganz hervorragend zusammen:






  • Microsoft macht es wie schon bei diversen Gelegenheiten zuvor: den Markt von hinten aufrollen.

  • Das mobile Internet wird von Apple und wohl in Zukunft verstärkt von Goolge im Sturm erobert

  • Microsoft hat erkannt, dass es um die Hoheit auf den Enderäten geht (siehe Google Präsenz in Firefox)




Aber Google hat dem antizipatorisch vorgebaut und schon vorher Yahoo mit Ihrer 'be friendly'-Charmoffensive bearbeitet, sodass Yahoo sich in diesen Scharmützeln selbst lieber auf Seiten Google sieht.


Da wollte ich mich nun auch nicht lumpen lassen und gebe meinen Sermon ab. Jetzt brauchen sich nur noch ein-zwei weitere Leser zu outen und ich schreibe auch mal was zu Südafrika, weil ich dann weiß, dass es tatsächlich Leute gibt, die das hier lesen ;-)







Entwicklerset: Basteln am freien iPhone Konkurrenten


Wenn zwei das gleiche machen, ist das noch lange nicht das selbe. So restriktiv Apple mit den Netzbetreibern und nicht zuletzt den Kunden umspringt, so frei ist der Ansatz, den sich das OpenMoko-Projekt auf die Fahnen geschrieben hat. Aber der Reihe nach: im Grunde ist die Ähnlichkeit der Featureliste und der heutigen Smartphones bei allen Wettbewerbern recht ähnlich. Allerdings gibt es einen Punkt, bei dem sich noch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal entdecken lässt: der Freiheitsgrad, mit dem sich die Softwareausstattung beeinflussen lässt.

Doch nicht nur die Software, sondern auch die Hardware des benannten Projekts wird vollkommen offengelegt. Mehr dazu hat dankenswerter Weise heise.de zusammengetragen.

Ich bleibe neugierig...


Klappern gehört zum Handwerk! [Update]


Klappern gehört zum Handwerk und wenn einer klappern kann, dann ist das Apple mit seinem (Hand-)Werk iPhone. Nicht nur, dass ganz tief in die Trickkiste gegriffen wird, nein, die ersten Werbevideos lassen den Technikästheten mit der Zunge schnalzen, wenn auch hinlänglich bekannt ist, dass die Technikführerschaft* offenbar gar nicht angestrebt wird:

Wenn man sich das/die Videos so ansieht, fällt dem mobile Internet affinen Betrachter verstärkt die Bedienung des Geräts ins Auge: es wird mit den Fingern ohne Stift gearbeitet.

Das bringt mich auf den Trichter, dass das Bedien- und Navigationskonzept von mobilen Internetseiten, die vom iPhone angezeigt werden, auch in dieser Richtung angepasst werden sollte: als Nutzer eines Windows mobile basierten PDA-Telefons mit Touchscreen und UMTS (im Gegensatz zum iPhone) möchte auch ich mit den Fingern die mobile Webapplikation nutzen, statt den Stift zu bemühen! Dazu muss man sich allerdings zunächst auf den beschwerlichen Weg der Erkenntnis begeben, dass mobile Seiten nicht einfach eine simple Transformation von Standardinhalten sein kann, sondern eine sinnvolle Reduktion der Inhalte und Optionen auf die mobilenNutzungssituation sein muss.


[Update 05.06.2007]

Und schon reagiert HTC, der Hersteller einer Großzahl von Windows Mobile Geräten, mit einem Gerät, das explizit ohne Stylus bedient werden kann.

*) Die ist eher bei Featuremonstern, wie z.B. iMates Ulitmate-Reihe zu erwarten.


brauckes.com jetzt auch mobil verfügbar!


Pelle Boese hat quasi en passant ein PlugIn für Serendipity (der Blog-Software, die ich verwende) geschaffen, welches die mobile Ausgabe ermöglicht. Da ich als Kollege von Pelle in den Genuß komme, Beta-Tester zu sein, ist mein virtueller Opus nun auch mobil verfügbar!


Wie es sich gehört, ist die Domain brauckes.com auch mobil gültig. So braucht sich keiner irgendwas mit Subdomains oder unterschiedlichen TLDs zu merken.

Pelle hat aber nicht nur eine stumpfe xHTML MP Ausgabe geschaffen, sondern eine dynamische Generierung von Seiten abhängig von anfragenden UserAgents, inklusive der Anpassung von Bildern. Das Ganze basiert auf einer angepassten und gecachten WURFL XML-Quelle.

Es würde mich sehr freuen, wenn geneigte Leser sich das Ergebnis mal auf ihrem Gerät ansehen könnten!


[Update 04.06.2007]

Pelle arbeitet mit Hochdruck an der Erweiterung des Plugins. Derzeit sind schon folgende Features implementiert:

  • Ausgabe von validem XHTML MP 1.0
  • Bilder können entfernt werden, ODER
  • Auf eine feste Breite skaliert werden, ODER
  • Anhand einer optimierten Version des WURFL optimal an die Display-Breite des Gerätes angepasst werden
  • Mobile Endgeräte können auf einen anderen Host umgeleitet werden
  • Man kann einen Host angeben, auf dem immer die mobile Version ausgegeben wird
  • Ungewünschte HTML-Elemente können automatisch aus dem DOM entfernt werden
  • Ungewünschte HTML-Attribute können automatisch entfernt werden
  • Ausgabe einer Navigation mit Accesskeys inklusive der Kategorien

In Zukunft werden Links von bekannten Seiten, die eine mobile Ausgabe haben, umgeschrieben, sodass direkt auf die mobile Version von z.B. Wikipedia verlinkt wird.

Von seinem mobile SEO Blog läßt sich eine Entwicklerversion herunterladen.

Keep on running, Pelle!!!

Inhalte generieren Nachfrage oder anders herum?


Auch bei der 'Mobilmachung' des Internets, also der Exploration der virtuellen Wunderwelten mit mobilen Endgeräten, stellt sich allen Gedankenspielen früher oder später die Henne-Ei-Problematik in den Weg:

Nachdem sich die Kostenhürde, die den alltäglichen mobilen Internetzugriff zuverlässig behindert hatte, stetig kleiner darstellt, stehen die Nutzer vor der Frage was Sie eigentlich so anstellen sollen mit den Möglichkeiten Ihrer Mobiltelefone, PDAs usw.. Welche Inhalte können den Otto-Normalsurfer dazu bringen, sich mit einem kleinen Display und mit eingeschränkten Möglichkeiten durchs Netz zu bewegen? — Google hat darauf natürlich schon eine Antwort (wen wunderts, wenn es das Ziel eines Unternehmens ist, das Wissen der Welt zu ordnen?!): sie haben die Dienste und werden nun möglicherweise gleich Mobilfunkanbieter, um die Kunden heranzuführen an Googles mobile Wundertüte.

Genau anders herum lautet der Ansatz von denjenigen, die den Inhalt bereitstellen: 'Wir machen einfach so interessante, nützliche oder attraktive Dienste in großer Anzahl mobil, dass die Nutzer quasi nicht anders können, als das Internet auch mobil zu nutzen'. Vor diesem Hintergrund sprießen die Generatoren für mobile Seiten aus dem Boden...

Damit haben wir schonmal die große Anzahl, möglicherweise sogar den Nutzen — das neue Buzz-Word des 'Web 2.0' mit 'User-Generated-Content'* lässt grüßen. Attraktive Dienste bedürfen einer ausgefeilteren Methode, um auch wirklich auf die Möglichkeiten jedes einzelnen mobilen Endgeräts eingehen zu können. Hier werden auf absehbare Zeit (was heißt das im Netzzeitalter eigentlich?!) Speziallösungen wie die von meinem Arbeitgeber Sevenval und anderen gebraucht. Am Ende jedoch steht das Ziel, alle Dienste unabhängig vom Endgerät zu nutzen.

Henne und Ei rücken also zusammen: die Nachfrage wird gefördert und die Inhalte werden breiter. Andererseits werden die Fähigkeiten der Geräte hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten reziprok zu den Gebühren für mobilen Surfgenuß größer.

*An dieser Stelle sollten die ersten Teilnehmer einer Bullshit-Bingo-Runde schon gewonnen haben.

iPhone in Europa exklusiv bei T-Mobile

Wie die Spatzen in ihrem Pfeifen von diversen Dächern verlautbaren lassen, wird Apples iPhone in Europa wohl exklusiv von T-Mobile vertrieben werden. Da stellt sich dem geneigten Leser doch die Frage, wie sich das mit der derzeitig nicht, bzw. kaum vorhandene Marktteilnahme T-Mobiles in so wichtigen Märkten, wie Italien, Frankreich und Spanien vereinbaren läßt.

Man sollte annehmen, dass Vodafone der Partner der Wahl sein würde. Allerdings drängt Vodafone mit aller Macht darauf, dass die Endgeräte, die ihren Kunden angeboten werden einerseits UMTS bieten und andererseits ausreichend gebrandet werden können; wobei sich 'ausreichend' darauf bezieht, dass die ganzen schönen (?) Vodafone Dienste eben per UMTS abrufen lassen. Als Beispiel sei hier Vodafones Navigationslösung genannt, die erstens jährlich kostet und zweitens einen riesigen Traffic mit den damit verbundenen astronomischen Kosten bei Vodafone erzeugt. - Irgendwie sollen sich die Kosten für den Netzaufbau ja amortisieren.


Diese Strategie geht soweit, dass RIM, der Hersteller von elektronischen Fußesseln (vulgo: BlackBerries), der Meinung des Verfassers nach  Vodafone zu liebe ein eigenes Modell (BB 8707v) herausgebracht hat, welches im Gegensatz zu allen BlackBerries UMTS bietet.


Apple und auch RIM hingegen legen deswegen so wenig Wert auf UMTS, weil es dieser Standard in der sehr heterogenen nordamerikanischen Mobilfunklandschaft noch nicht zu einer nennenswerten Verbreitung gebracht hat; so berichtete mir ein im Silicon Valley tätiger Freund, dass einige Nerds, die sich Nokias eierlegende Wollmilchsau N95 importiert haben, einer bösen Überraschung aufgesessen sind: viele schöne Schmankerl dieses Wundergeräts funktionieren aufgrund fehlender Anbindung nur unzureichend. Und das im Technikmekka schlechthin...


...andererseits hat Apple gezeigt, dass nicht unbedingt die Technologieführerschaft nötig ist, um ein Produkt zu lancieren, dass sich einen eigenen Markt schafft.*) Auch ohne 3G wird sich das iPhone exzellent verkaufen, fragt sich nur auf welchen Wegen dies in I, E und F geschehen soll.


 


*) Apropos: Versucht Vodafone nicht das Gleiche hinsichtlich UMTS, also einen Markt zu schaffen?! Offenbar sind diese Märkte in Konkurrenz zueinander: Apple ist cool und UMTS wohl eher nicht.